Lauf Mythen

1. Laufen schadet den Gelenken?

Stimmt nicht! Im Gegenteil: Gelenke brauchen Bewegung und auch Belastung. Der Gelenkknorpel ist umgeben von der Gelenkflüssigkeit, die ihn mit Nährstoffen versorgt. Damit er diese aufnehmen kann, muss er regelmäßig rhythmisch be- und entlastet werden. Zum Beispiel durch Laufen. So können sich Gelenke besser regenerieren als wenn sie geschont werden.

 

2. Vor dem Marathon ein 35-Kilometer-Lauf?

Muss nicht sein! Ein gängiges Missverständnis in Läuferkreisen: Man muss so nah wie möglich an die Marathon-Distanz herantrainieren und mindestens einmal 35 Kilometer bewältigt haben, um die 42,2 Kilometer zu schaffen. Lange Läufe vor dem Marathon sind zwar unbestritten wichtig, aber 25 bis 30 Kilometer reichen im Training völlig. Wer mehr läuft, riskiert eher orthopädische Schäden. Stattdessen sollten Sie Ihr Training mit Stabilisationsübungen begleiten und auch schnellere, intensivere Einheiten einbauen. Die steigern Ihr Ausdauerniveau und machen Sie dadurch fit für den Marathon.

 

3. Gute Laufschuhe schützen vor Verletzungen?

Leider falsch! Trotz 30 Jahre Sportschuh-Entwicklung ist die Anzahl der Laufverletzten in der gleichen Zeit kaum zurückgegangen. Dennoch glauben viele Läufer, die Knie-, Rücken- und Sehnen-Probleme haben, dass ein neues Paar Laufschuhe dagegen hilft. Aber kein noch so gutes, modernes Material kann das richtige Training ersetzen. Wenn Sie weniger Probleme haben wollen, stärken Sie sich selbst, nicht den Schuh. Kraft- und Techniktraining sind das A und O.

 

4. Warten auf das Runners High?

Lohnt nicht! Der natürliche Drogenrausch beim Laufen ist eine Legende. Zwar erhöht sich dabei tatsächlich die Ausschüttung von Endorphinen, aber nur so wenig, dass man keinesfalls von einem echten Rausch sprechen kann. Deshalb: Laufen Sie nicht in Erwartung des Runners High, freuen Sie sich lieber am Augenblick des Trainings oder über den Erfolg nach dem Wettkampf.

 

5. Muskelkater wegtrainieren?

Geht nicht! Heute weiß man: Nicht Milchsäure-Ablagerungen sind schuld am Muskelkater, sondern winzige Schädigungen des Muskelgewebes. Dennoch wird heute noch oft dazu geraten, den Muskelkater – entsprechend der alten Milchsäure-Theorie - mit der gleichen Belastung "wegzutrainieren". Grundfalsch! Denn die Belastung macht alles nur noch schlimmer - und am Ende handeln Sie sich gar einen echten Muskelfaser-Riss ein. Was wirklich hilft: Gönnen Sie den Muskeln eine Pause, regenerieren Sie ein, zwei Tage und ernähren Sie sich eiweißreich.

 

6. Schnell-Läufer verbrennen kein Fett?

Falsch! Das Gerücht hält sich hartnäckig: Nur wer langsam läuft, verbrennt Fett. Geht man schneller zu Sache, werden dagegen Kohlehydrate verbrannt. Nur: Der Fettstoffwechsel wird nicht "abgestellt", sobald man schneller läuft. Bloß der Prozentanteil an der gesamten Energiebereitstellung aus der Fettverbrennung sinkt. Absolut wird bei schnellem Tempo sogar mehr Fett verbrannt. Wenn also Abnehmen Ihre Lauf-Motivation ist, können Sie bei Zeitnot ruhig auch mal schnellere Laufeinheiten absolvieren.

 

7. Trainingspuls berechnen?

Klappt nicht! 220 minus Lebensalter gleich Maximalpuls: Die Formel gilt als Faustregel für die Berechnung des Maximalpuls, von dem wiederum sich die Trainingsbereiche ableiten lassen. Sie ist zwar nicht falsch, aber eben eine Faustregel. Sie funktioniert genau dann, wenn Sie als Läufer dem statistischen Mittel entsprechen. Nun sind Menschen aber Individuen. Und so kann es sein, dass Ihr persönlicher Maximalpuls viel höher oder niedriger ist. Die Folge: Sie würden dann in völlig falschen Puls-Bereichen trainieren. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen: Lassen Sie Ihren Puls per Laktatwertmessung bestimmen (Kosten: 100 bis 330 Euro).

 

8. Praktische Trainingspläne im Internet?

Vorsicht! So praktisch und günstig das auch scheint: Erstens kennen Sie die Qualifikation des Verfassers nicht. Unqualifizierte Trainingspläne werden leicht zur Gefahr, etwa wenn Koordinations- und Kraftübungen fehlen. Dann drohen Verletzungen. Zweitens sollten Trainingspläne auf den Läufer persönlich zugeschnitten sein und dessen Stärken und Schwachpunkte berücksichtigen. Trauen Sie nur Trainingsplänen im Web, die von einem Arzt, Biologen oder Sportwissenschaftler mit nachgewiesener Trainerqualifikation und eigener Lauferfahrung entwickelt wurden (z.B. auf www.natural-running.com).

 

9. Seitenstiche wegatmen?

Hilft nicht! Denn zu schnelles oder flaches Atmen ist genauso wenig die Ursache wie zu viel Essen vor dem Laufen oder die Milz. Seitenstiche treten meist dann auf, wenn das Tempo zu hoch ist. Die simple Lösung heißt also: Tempo runter. Wenn’s weiterhin sticht, gehen Sie ein paar Schritte. Danach langsamer weiterlaufen als vorher.

 

10. Erkältung wegtrainieren?

Bloß nicht! Erkältungen sind banale Erkrankungen, nichts Schlimmes. Aber wer sie mit Mittelchen wegdrückt und weitertrainiert, etwa weil ein Wettkampf ansteht, begibt sich in Lebensgefahr. Denn das fortgesetzte Training schwächt den Körper, der ohnehin mit der Abwehr der Krankheitserreger zu tun hat. Im schlimmsten Fall kann das zu einem Befall der Herzklappen durch Viren oder Bakterien führen.
Deshalb: Nicht laufen, wenn Sie Fieber haben (auch dann nicht, wenn Sie es mit Medikamenten gesenkt haben) oder Antibiotika nehmen. Nur bei leichter Erkältung ohne Husten und Fieber sind kleine Läufe mit niedriger Intensität in Ordnung.

 

Quelle: www.zehn.de/Dr. Matthias Marquardt

 

 

 

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